Berufsbild Spielgruppenleiterin nach SSLV


 

 

Bei ihrer Tätigkeit richtet sich die Spielgruppenleiterin nach den Bedürfnissen und Interessen der einzelnen Kinder sowie der Gruppe. Sie orientiert sich an einem Leitbild / pädagogischen Konzept. Dieses beinhaltet die pädagogischen Ziele des Orientierungsrahmens für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung in der Schweiz FBBE www.orientierungsrahmen.ch und der Spielgruppenpädagogik www.spielgruppe.ch. In ihrer Arbeit wird sie - je nach Bedarf - von einer zusätzlichen Spielgruppenleiterin, einer Praktikantin oder einem Elternteil unterstützt.

 

Die Spielgruppe ist ein wichtiger Schritt für alle Kinder zu einem guten Start in die obligatorische Schulzeit, besonders auch für fremdsprachige Kinder. Die Spielgruppenleiterin stellt alters- und bedürfnisgerechtes Spiel- und Werkmaterial bereit. Durch einen geeigneten Rahmen mit viel Freiraum, klaren Grenzen und anregenden Materialien ermöglicht sie den Kindern, sich optimal zu entfalten und spielerisch Erfahrungen zu sammeln. In der Spielgruppe können sich die Kinder bewegen, spielen, kreativ und musisch tätig sein. Dabei lernen sie, ihren Platz in einer Gruppe Gleichaltriger zu finden, Rücksicht zu nehmen, anderen zu helfen,  zu teilen, Stärken und Schwächen zu akzeptieren und Konflikte auszutragen. Das Freie-Spiel steht in der Spielgruppe im Mittelpunkt, es ist das zentrale Bildungsmittel. Durch aufmerksames Beobachten erkennt die Spielgruppenleiterin die Bedürfnisse jedes einzelnen Kindes. Durch das Angebot von altersgerechtem Material fördert und unterstützt sie den Selbstbildungsprozess der Kinder. Dadurch, dass die Kinder von sich aus sehr aktiv, sinnlich und kreativ sind, bedürfen sie einer einfühlsamen, kompetenten Begleitung.

 

Kinder mit Zweitsprache Deutsch erhalten durch das gemeinsame Spielen, Lieder singen, Geschichten hören und durch Bewegungsspiele Anregung, die Zweitsprache zu lernen und sie weiter zu entwickeln. Für diese Kinder trägt dies massgebend zur Chancengerechtigkeit bei.

 

Bei Kindern mit besonderen Bedürfnissen erkennt die Spielgruppenleiterin den Förderbedarf.

Sie vermittelt, wo angebracht, Adressen für eine detaillierte Abklärung.

 

 

Innenspielgruppe

 

Die Spielgruppe bietet frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung und unterstützt die soziale, emotionale, kognitive, körperliche und psychische Entwicklung von allen Kindern zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten. Das zentrale Bildungsmittel in diesem Alter ist das Spiel, welches in der Spielgruppe im Mittelpunkt steht. Die Spielgruppe fördert Elternkontakte / Elternbildung, in dem sie Eltern in die Spielgruppenarbeit einbezieht sowie Austauschgefässe wie Elternabende, Elternveranstaltungen und Elterngespräche anbietet.
Die Spielgruppe ist für Kinder und Eltern mit Migrationshintergrund ein wichtiger Schritt zur Integration, ebenso für Kinder mit besonderen Bedürfnissen. Die Spielgruppe erleichtert den Start in den zukünftigen Schulalltag für alle Kinder – ein Beitrag zur Chancengleichheit. Im Zentrum der Spielgruppe steht das freie Spiel - das Kind lernt im Spiel und spielt beim Lernen. Es experimentiert mit verschiedenen Materialien, agiert mit den anderen Kindern in Sprache und Bewegung, singt, musiziert. Dabei wählt es seine Aktivität und den Zeitpunkt selber. Die ausgebildete Spielgruppenleiterin begleitet und unterstützt das Kind in seinem Selbstbildungsprozess entsprechend den Erkenntnissen des Orientierungsrahmens für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung.

 

Waldspielgruppe                                                                                                   

Ein Aufenthalt im Wald bringt förderliche Erfahrungen für die gesamte kindliche Entwicklung. Diese können in vergleichbarer Form und Vielfalt kaum in einem anderen Umfeld gemacht werden. Die Ruhe des Waldes erlebt man im Alltag kaum noch. Kinder entdecken Dinge, die ihnen vorher nicht bewusst waren; etwa ein durch das Laub krabbelnder Mistkäfer oder das Rauschen der Blätter im Wind. Durch den Freiraum im Wald entwickeln sich seltener Konflikte und Aggressionen. Der Wunsch nach Bewegung kann ausgelebt werden.
Im Wald werden die Kinder mit Situationen konfrontiert, die für sie neu sind. Ein steil abfallender Hang, im Weg liegende Äste, der unebene Waldboden und vieles mehr stellen für die Kinder eine Herausforderung dar. So können sie ihre motorischen Fähigkeiten trainieren. Die Kinder lernen die Umgebung kennen, indem sie im wörtlichen Sinne die Dinge begreifen. Beim Tasten, Riechen, Hören und Fühlen sind Sinne angesprochen, die im Alltag nur wenig genutzt werden. Eine Feder auf der Handfläche zu spüren, Licht und Schatten auf dem Gesicht zu fühlen, Fichtenzweige zu riechen und zu ertasten, führen die Kinder in die Welt der Sinne. Das unmittelbare und ganzheitliche Erleben mit allen Sinnen schafft Bindung, Betroffenheit und Liebe zu allem Lebendigen. Eine liebevolle Beziehung zur Natur bildet die Basis für einen verantwortungsvollen Umgang mit unserer Umwelt.